Anhaltische Philharmonie Dessau

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Anhaltische Philharmonie Dessau

Das Dessauer Orchester zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Klangkörpern des Landes Sachsen-Anhalt. Als sein Geburtsjahr wird 1766 genannt, als Friedrich Wilhelm Rust die Leitung der Hofkapelle übernahm. Nachdem 1794 eine Theatertruppe fest in Dessau engagiert wurde, bildeten die Musiker fortan eine unverzichtbare Säule für Musiktheater-Aufführungen aller Genres, seit 1798 im von Erdmannsdorff erbauten Hoftheater.
Verdienstvolle Kapellmeister im 19. Jahrhundert waren Friedrich Schneider, Eduard Thiele und August Klughardt. Die beiden Letzteren legten den Grundstein für die Dessauer Wagner-Tradition. Im Orchester der ersten Bayreuther Festspiele wirkten 1876 auch 12 Musiker aus Dessau mit. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten Chefdirigenten-Persönlichkeiten wie Franz Mikorey, Hans Knappertsbusch, Franz von Hoeßlin, Arthur Rother und Helmut Seidelmann das Orchester. Letzterer stand am Pult, als das neue Theatergebäude 1938 mit dem „Freischütz“ eröffnet und nach Kriegszerstörung und Wiederaufbau 1949 mit der „Zauberflöte“ wiedereröffnet wurde.

Unter dem Dirigenten Dr. Heinz Röttger (GMD von 1954 bis 1977) gestalteten sich besonders die Wagner-Festwochen zu heraus-ragenden künstlerischen Ereignissen. An die Traditionslinie Wagner-Verdi-Strauss-slawische Komponisten knüpften seine Nachfolger an und setzten eigene Akzente. Gastverpflichtungen des Orchesters, das seit 1992 den Namen Anhaltische Philharmonie Dessau führt, außerhalb Dessaus (z.B. wiederholt zum Classic Open Air auf dem Berliner Gendarmenmarkt, zu Konzerten im Konzerthaus Berlin, Tournee mit dem Tenor José Cura, Japan-Tournee des Anhaltischen Theaters Dessau mit „Salome“ und „Der fliegende Holländer“) sowie Rundfunk-Mitschnitte und CD-Produktionen zeugen von der überregionalen Reputation des Orchesters. Als Nachfolger von Golo Berg trat im August 2009 der Niederländer Antony Hermus das Amt des Chefdirigenten an.

Internetseite der Anhaltische Philharmonie Dessau